BuCon 2014 – Ein Fest für Freunde der phantastischen Literatur

BuCon

Trubel auf der BuCon

Am 11. Oktober 2014 öffnete der Buchmesse Convent (kurz: BuCon) zum 29. Mal die Tore. Dieses Jahr war auch ich das erste mal dabei. Leider ohne Stand und ohne Lesung – aber mit viel guter Laune verbrachte ich eine wunderbare Zeit mit lieben Autorenkollegen.

Aber was ist dieser “Buchmesse Convent”? Während nur wenige Kilometer entfernt die berühmte Frankfurter Buchmesse Autoren, Verleger und Agenturen anlockt, findet man die phantastische Buchszene traditionell am Messe-Samstag im Bürgerhaus in Dreieich. Denn hier findet der BuCon statt, welcher sich auf der eigenen Homepage als unabhängiges, zentrales Treffen der deutschsprachigen, literarischen Phantastik-Szene am Buchmesse-Wochenende im Rhein-Main-Gebiet und gleichzeitig als die führende Convention für phantastische Literatur in Deutschland versteht. Es ist nicht zu viel versprochen, denn mit Gästen wie Bernhard Hennen, Markus Heitz und Wolfgang Hohlbein sind die großen Autoren der Phantastik-Szene hier vertreten. Aber auch eine Vielzahl anderer Autoren kann man hier treffen. So kommt es, dass ich – obwohl zum ersten Mal bei dieser Veranstaltung – das Gefühl hatte, zu einem Familientreffen nach Hause zu kommen. Denn alle paar Meter traf ich auf mir gut bekannte Gesichter. Es wurde geplaudert, umarmt und gelacht. Dabei spielte es keine Rolle, ob ich denjenigen bisher bereits getroffen oder nur online Kontakt hatte. Hier war man nicht “die Neue”, sondern ein Mitglied der Gemeinschaft. Hier darf man sein, wie man wirklich ist, ohne sich verbiegen zu müssen. Die anderen ticken schließlich ähnlich. Daher danke ich an dieser Stelle Roger Murmann und seinem Team ganz herzlich für diese Veranstaltung!

Annika Dick und Sarina

Glückliche Autoren: Annika Dick und Sarina Wood

20141011_143300

Endlich persönlich getroffen: Sarina Wood und Kollege Ulf Fildebrandt, der auch beim Scholz Verlag veröffentlicht.

Aber was wurde alles geboten?

Im Hauptsaal standen Verkaufs- und Präsentationstische verschiedener Autoren, Verlage und Agenturen. Hier konnte man sich mit neuem Lesestoff versorgen und diesen auch von den anwesenden Autoren signieren lassen.
Die zahlreichen Lesungen waren natürlich ein Kernbestandteil. Ob Neuling oder alter Hase: Hier gab es Ausschnitte aus Romanen und Anthologien für jeden Geschmack. Bei  fünf verschiedenen Lesungen gleichzeitig fiel die Wahl manchmal wirklich sehr schwer und man verpasste automatisch Lesungen, die man auch wirklich gerne besucht hätte. So versäumte ich u.a. leider die von Ann-Kathrin Karschnick  und Markus Heitz.

Die erste von mir besuchte Lesung war die von Tom Daut, dessen Art und Weise des Vortragens wieder einmal brillierte. Dieses Mal waren es nicht “Die Sinistra”, sondern sein zweiter Roman “Anno Salvatio 432 – Der gefallene Prophet”, der als Hörbuch-Live-Lesung die Hörerschaft begeisterte. Und es waren trotz Mittagszeit nicht wenige, die seinem Ruf folgten. Auch an dieser Stelle kann ich mich nur wiederholen: Wer die Chance hat, sollte seine Lesungen nicht verpassen. Ich verneige mich vor seinem Talent!

Lesung Tom Daut

Ein Highlight: “Anno Salvatio 423″-Lesung von Tom Daut

Die zweite Lesung, die ich besuchte, wurden von T.S. Orgel abgehalten. Die beiden Brüder Tom und Stephan stellten ihren noch nicht erschienenen neuen Roman der “Orks vs. Zwerge”-Reihe vor und beantworteten anschließend Fragen.

T.S. Orgel

Tom und Stephan Orgel (T.S. Orgel) bei ihrer Lesung

Auch war es mir eine Freude, nach langer Zeit wieder Aileen P. Roberts wieder zu sehen und zu sprechen. Natürlich besuchte ich auch ihre Lesung. Sie stellte den ersten Teil ihrer neuen Albany-Triologie “Weltenmagie” vor: “Der letzte Drache”. Endlich erfährt der Leser, was später in Albany passiert.

20141011_160539

Aileen P. Roberts entführte ihre Zuhörer nach Schottland und Albany.

Ein weiteres persönliches Highlight war die Lesung von Bernhard Hennen. Er trug eine gefühlvolle Sterbeszene aus einer Kurzgeschichte vor. Da wünschte man sich, seiner Stimme im tiefsten Winter am Abend vor einem prasselnden Kaminfeuer lauschen zu dürfen. Da er – wie er selbst sagte – lesefaul ist, dauerte die eigentliche Lesung nicht lange. Schade. Aber dafür wurde es richtig interessant, denn die restliche Zeit antwortete er auf Fragen und plauderte über die Verlagswelt. Er machte klar, dass es heutzutage wahnsinnig schwer ist, als Autor in der Verlagswelt Fuß zufassen. Verlage kaufen lieber Lizenzen aus dem Ausland als einheimische Autoren zu verlegen – während im Ausland die einheimischen Autoren verlegt würden und kaum Lizenzen aus anderen Ländern gekauft würden. Welche Chance bleibt da für die vielen talentierten Autoren in Deutschland?

Bernhard Hennen

Bernhard Hennen verzauberte seine Zuhörer

Die Zeit verging viel zu schnell und schon wartete Wolfgang Hohlbein darauf, für seine Lesung Platz zunehmen. Da ich ihn bereits auf der Leipziger Buchmesse gehört hatte, verließ ich den Lesungssaal.

Dafür signierte Herr Hennen seine Bücher im Hauptgebäude und wechselte ein paar Worte mit seinen Lesern. Es war das erste Mal, dass ich eine Lesung von ihm besuchte und auch ein wenig plaudern konnte. Mein Fazit: Er hat mich sehr überzeugt – als Autor, wie auch menschlich. Ich hoffe, dass ich ihn bald wieder erleben darf.

Sarina und Bernhard Hennen

Sarina Wood und Bernhard Hennen nach seiner Lesung

Inzwischen war der Lesungsraum, in dem Markus Heitz las, bereits geschlossen – und reinplatzen wollte ich nicht. Aber auch ihn hatte ich ja in diesem Jahr bereits in Leipzig lesen gehört. Doch nach seiner Lesung hatte ich zumindest noch Zeit, ein paar Worte mit ihm zu wechseln. Danke, Markus, für deine Zeit! Es hat mich gefreut, dich wieder zu sehen!

Markus Heitz und Sarina

Markus Heitz und Sarina Wood

Am frühen Abend gingen die Lichter im Saal aus und auf der Bühne an. Die Preisverleihung des deutschen Phantastikpreises bildete den Höhepunkt. Leider hat es in der Kategorie “Beste Kurzgeschichte” nicht ganz für meine wunderbaren Kollegen Heike Schrapper (Platz 3) und Markus Heitkamp (Platz 2) geklappt. Dafür durften wir Ann-Kathrin Karschnick für die Auszeichnung “Bester deutschsprachiger Roman” gratulieren! Ihr “Phoenix” hatte es geschafft! An dieser Stelle noch einmal: Herzlichen Glückwunsch! Du hast es dir verdient!

Die Gewinner des Deutschen Phantastik-Preises 2014: Herzlichen Glückwunsch!

Die Gewinner des Deutschen Phantastik-Preises 2014: Herzlichen Glückwunsch!

Der Abend klang dann  in einem Restaurant in der Nähe mit vielen Autorenkollegen des Tintenzirkels gemütlich aus.

Fazit: Es war ein besonderer Tag unter Gleichgesinnten, der sich wie ein Familientreffen anfühlte. Nächstes Jahr bin ich wieder dabei.  Vielleicht sogar mit einem Stand?!!

Der größte Traum wäre es, 2015 bei der 30. BuCon aus meinem Debüt vorlesen zu dürfen… Wir werden sehen…

Mehr Informationen: http://www.buchmessecon.info/

 

Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>