Rezension: “So wie Kupfer und Gold” von Jane Nickerson (Roman)

Heute widme ich mich dem Buch “So wie Kupfer und Gold” von Jane Nickerson. Es ist eine Mischung aus Märchen und historischer Jugendliteratur ab 13 Jahren und behandelt das Thema “Blaubart”von Charles Perrault. Erschienen ist es im September 2013 bei cbt.So wie Kupfer und Gold

Inhalt:

Boston, 1855.
Sophia erhält nachdem Tod ihres Vaters die Einladung ihres Paten Bernard de Cressac, auf dessen Plantage in Mississippi ein neues Leben anzufangen. Schon bald wird sie von ihrem attraktiven Paten in den Bann gezogen und sie kommen sich näher. Doch dann stößt Sophia auf seine dunkle Vergangenheit: Bernard de Cressac war bereits mehrfach verheiratet und ist jedesmal unter mysteriösen Umständen verwittwet…

Mein Urteil:
Der Roman ist aus Sophias Perspektive in Ich-Form geschrieben. Der Schreibstil ist einfach und jugendlich. Er lässt sich flüssig lesen. Dennoch stolpert man desöfteren über Wörter, die man nicht unbedingt der Handlungszeit zuordnen würde. Dies dürfte der Zielgruppe jedoch kaum auffallen. Die Autorin schafft es, eine düstere Atmosphäre aufzubauen. Leider hapert es gerade am Anfang an Spannung. Man begleitet Sophia durch einen relativ langweiligen Alltag auf der Plantage. Damit verspielte Jane Nickerson die Chance, aus ihrem Debüt einen Pageturner zu machen. Dafür überschlagen sich am Ende die Ereignisse.
Die Figuren sind gut gezeichnet und gerade Sophia entwickelt sich von einem ungestümen, naiven, eingebildeten Mädchen in eine nachdenkliche und ängstliche junge Frau. Bernard dagegen wechselt gekonnt als Choleriker zwischen einem charismatischen Gentleman und einem brutalen Unhold. Alle anderen Figuren sind mehr Statisten, obwohl auch hier der ein oder andere Part potenzial gehabt hätte, an Wichtigkeit zu gewinnen.

Die Handlung plätschert über viele Seiten einfach nur dahin. Am Ende nimmt die Geschichte zwar Fahrt auf, aber wenn man die Vorlage “Blaubart” kennt, weiß man auch, worauf es hinauslaufen wird. Daher ist die grobe Handlung auch vorhersehbar.
Positiv hervorzuheben sind die Themen, die die Autorin nebenbei behandelt. So werden auf die Themen Sklaverei und auch die Stellung der Frau zeitgemäß eingegangen. Dahingehend regt es auch zum Nachdenken an.
Die Liebesgeschichte zwischen Sophia und eines erst später im Buch erscheinenden Mannes, dessen Name hier unerwähnt bleiben sollte, erscheint in ihrer Einfachheit als Überflüssig. So schnell und gradlinig, wie sie beschrieben ist, soll sie wohl in der Düsternis des Romans als Hoffnungsschimmer durchgehen. Das funktioniert jedoch nur bedingt, da sie voller Klischees ist. Hier hätte es mehr Handlung und Hindernisse bedarft. Schade.
Das Cover ist ansprechend gestaltet und weckt Neugierde auf das Buch. Bedauerlich, dass die Geschichte nicht halten kann, was das Cover verspricht.

Fazit:
Dank der düsteren Stimmung ist “So wie Kupfer und Gold” für das Lesen bei Kerzenlicht geeignet, wenn man keine zu großen Erwartungen hat bzw. die gruselige Vorlage “Blaubart” nicht kennt.

Weitere Informationen:
Ab 13 Jahren
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 448 Seiten
ISBN: 978-3-570-16268-2
€ 16,99

Website des Verlags

 

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